Was mich bewegt. Oder uns alle? (Teil 1)

Vorweg muss ich eines klarstellen:

Ich bin kein Psychologe oder sonst irgendetwas. Ich habe weder studiert, noch besondere Ausbildungszertifikate. Bei meinen Blogbeiträgen handelt es sich somit nicht um wissenschaftliche Ausführungen, Theorien oder Thesen. Sie entspringen meinem Kopf und sind Quintessenzen meiner Beobachtungen, Gedanken, vieler Gespräche und dem, was ich so lese.

Jetzt geht es aber los.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir geht das Ganze im Moment mal so richtig auf den Sack.

Egal ob auf den Social Media Plattformen, in Fachzeitschriften, in der Tagespresse, auf Veranstaltungen oder in Gesprächen ( off- + online), überall geht es um Buzzwords. Industrie, Arbeit, … 4.0, Digitalisierung, StartUp, Fluide Führung, agile sonstwas, Disruption, Transformation, GenY, Gender, NewWork, MINT, SpitzenCluster, Skalierung, …. blablabla.

Sowohl quantitativ als auch inhaltlich:

Wer soll das alles verstehen, geschweige denn umsetzen?
Selbst die sogenannten Experten können die Themen nicht in einfache Worte fassen. Sie können kaum erklären, was es „möglicherweise“ bedeutet, was was ist, ob es wirklich wichtig ist, und wenn ja, für wen?

Egal, scheinen viele Menschen zu meinen. Hauptsache es bewegt sich was. Ob es sinnhaft ist, wird gar nicht gefragt. Bewegung geht vor nachdenken.

Doch was bewirkt dieser, zum Teil, „blinde“ Aktionismus:

  1. Verunsicherung bei denen, die es womöglich angeht.
  2. Verängstigung bei denen, die ihren Job in Gefahr sehen.
  3. Weiteren „blinden“ Aktionismus. Man muss ja was tun.
  4. Panik bei denen, die die ganzen Themen nicht mehr durchschauen. Sie wähnen sich im Hintertreffen, weil sie noch nichts gemacht haben.
  5. Ratlosigkeit
  6. Unzufriedenheit, weil man/frau nicht mitkommt

Merkt Ihr was? Ja, genau. Ich bin genervt. Warum? Ganz einfach. Tagtäglich wird eine Sau nach der nächsten durchs Dorf getrieben. Fast Jede/r springt auf und will die Sau reiten. Richtig böse wird es dann, wenn die Verunsicherung der Menschen ausgenutzt wird. Diese Vorgehensweise kennen wir bereits aus anderen Bereichen. Da kommen selbsternannte Experten um die Ecke und verkaufen den Leuten, die nicht bei drei auf dem Baum sind, Seminare, Webinare, Workshops, Konzepte und hausinterne Projekte, die teuer sind und sie zum größten Teil gar nicht brauchen. Nach Sinnhaftigkeit und Hintergründen darf der selbsternannte Experte nicht gefragt werden. Diese ergeben sich ja aus der öffentlichen Diskussion. So schwer ist das doch nicht zu verstehen, oder?

Selbstverständlich ist nicht alles Schwarz oder Weiß. Es gibt dazwischen auch z.B. ein frisches Mausgrau.

Und klar ist auch: nicht Alles ist völliger Bullshit. Es gibt gute Ansätze und sicher ist, dass einige o.g. Themen sinnvoll für unser aller Weiterentwicklung sind.

Doch zunächst sollten bestimmte Grundlagen geschaffen werden. Ansonsten, und bei vielen ist es schon der Fall, überfordern wir die Menschen. Vielleicht fühlen sich einige sogar ausgegrenzt.

Diese Grundlagen sind:

  1. Menschlichkeit
  2. Sinnhafte Führung und Zusammenarbeit in Unternehmen
  3. Gegenseitiges Vertrauen
  4. Wertschätzung
  5. Talent und Begabung erkennen und fördern
  6. Authentizität

Solange in den Unternehmen die genannten Grundlagen nicht gegeben sind und das EGO vieler Vorstände, CEOs und GFs über Allem steht, solange können wir uns um das Thema 4.0 drehen und wenden wie wir wollen, es wird nicht zielführend sein.

Es liest sich für Euch etwas durcheinander? Ich bin es auch 😉

Euer

troja
vertriebsaktivist